Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)

Namen: Der Wegerich ist eine Pflanze, die, wie der Name schon andeutet, am Weg wächst. Die Endung „-rich“ bedeutet so viel wie „König“. Der Spitzwegerich ist also der „König des Weges“. Genauso, wie seine Brüder, der Breit-Wegerich oder der Mittlere-Wegerich es auch sind. Er begleitet uns Menschen auf all unseren Wegen und bietet dort seine Hilfe an. Seine vielen Samen haften an den Fußsohlen und werden so weitergetragen. Deshalb nannten die Indianer das Kraut auch „Fußstapfen des weißen Mannes“. Der Name „Plantago“ ist abgeleitet vom lateinischen „planta“ = Fußsohle. Andere Namen sind: Heilwegerich, Hundsrippen, Rippenkraut, Siebenrippen, Spiesskraut, Spitzfederich, Spitz-Wegeblatt, Wagentranenblatt, Wegbreite, Wegreich, Wegtritt.

Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Samen

Sammelzeit: Blätter : Mai bis September, Samen im Sommer zur Reife

Inhaltsstoffe: Aucubin, Catapol, Gerbstoffe, Emusin, Bitterstoffe, Harz, Kieselsäure, Schleimstoffe, Vitamin C ...

Heilwirkung/Anwendung: Wenn man unterwegs ist, können schon mal Dinge passieren, wie z.B. Unfälle, Verletzungen, Überfälle, Bisse, Insektenstiche, Stiche, Blasen, ... und genau dafür steht uns der Wegerich hilfreich zur Verfügung. Seine vielzähligen Inhaltsstoffe machen ihn zu einem echten „Allrounder“ und erklären das breite Anwendungsspektrum. Er wirkt u.a. keimtötend, wundheilend, kühlend, hustenlindernd, zusammenziehend und blutreinigend. Dafür reicht es aus, einfach ein paar Blätter zu zerreiben, bis der Saft austritt und dies dann direkt aufzulegen. Es empfiehlt sich sogar, den Spitzwegerich zu kauen, anstatt ihn nur zu zerkleinern, weil durch unseren Speichel (Kohlenhydratverdauung) die keimtötende Wirkung noch erhöht wird. Wie beim Beifuß, kann man sich den Wegerich (oder den Breitwegerich - allein schon wegen der Form) auch bei Blasen oder wunden, müden Füßen in die Schuhe legen. Für die pickelgeplagte Haut der Teenager ist Spitzwegerich übrigens auch ein großer Segen. Dafür eignen sich neben Waschungen mit starkem Spitzwegerichabsud auch Masken aus Heilerde und Spitzwegerichtee. Oder man fertigt sich ein Heilöl aus dem Kraut. Eine Tinktur daraus ist übrigens ideal zur lokalen Desinfektion der Pickel und wirkt obendrein auch noch heilend. Die Spitzwegerichtinktur ist auch sonst sehr praktisch, man kann sie auch bei Insektenstichen, Schürfwunden oder einfach, wenn man die Haut desinfizieren möchte, anwenden, auch wenn man nicht gerade frischen Spitzwegerich zur Hand hat (oder, wenn vor Ort wegen Verschmutzung nicht gesammelt werden kann). Als Hustenmittel ist er auch sehr wirksam. Die Schleimstoffe schützen die gereizte Schleimhaut und mildern die Schmerzen. Das Vitamin C stärkt unser Abwehrsystem, die keimtötenden Inhaltsstoffe bekämpfen zusätzlich die Bakterien, die Kieselsäure stärkt das Lungengewebe, und die Gerbstoffe festigen die Schleimhaut. Auch bei anderen Lungenkrankheiten wie Asthma, Bronchitis, Raucherlunge oder Lungentuberkulose ist der Wegerich sehr hilfreich. Nicht zuletzt ist der Spitzwegerich auch ein gesundes Wildgemüse (von der Wurzel bis zum Samen). Er schmeckt allerdings ein wenig herb und kann deswegen ruhig mit anderen Kräutern gemischt werden. Man sollte Spitzwegerich übrigens zügig trocknen, denn wenn sie dazu zu lange brauchen, neigen sie dazu, schwarze Flecken zu bekommen und sind dann unbrauchbar.